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Bis zum Ende

Mal wieder sitze ich hier, es ist schon so spät abends und wieder einmal drohe ich einzuschlafen hier, in deinen Armen. Mein Kopf ruht auf deiner Hand, aber du zeigst, wie jeden Tag keine Regung. Ich habe Angst um dich, denn ich brauche dich hier.

Wie jeden Tag sitze ich bei dir, halte deine Hand und sage dir, dass alles wieder gut wird. Wie konntest du mir so was nur antun?

Ich sehe dich an, mit einem sanften, milden Lächeln. Mein Schatz, gib nicht auf, auch wenn die Ärzte alle Hoffnung für dich aufgegeben haben, stehe ich noch trotzdem zu dir und bleibe bei dir, auch wenn ich nun in Bars und in Diskos sein könnte, sitze ich hier, an deinem Bett, obwohl du mich nicht hörst, mich nicht fühlst und obwohl du mir nicht antwortest.

Trotz der ganzen Dinge, habe ich das Gefühl, dass du mich verstehst, meine Angst um dich, die ich zu verbergen versuche. Eine einsame Rose liegt auf deinem Nachttisch, die Geräte um dich herum, summen laut und unheimlich, während dein Körper mit Schläuchen verbunden ist. Allein wäre er nicht mehr lebensfähig, sagen sie, aber ich glaube an dich und an unsere Zukunft. Während leise das Radio erklingt und ich mich an unsere gemeinsamen Stunden zu Hause erinnere, eilen Schritte über den Flur, allein die Geräusche verbreiten Stress und Hektik, aber ich bin entspannt, hier bei dir zu sein, reicht mir.

Nun wird unser Lied gespielt, erinnerst du dich daran, wie es damals erklungen war, als du in meine Augen schautest und wir Arm im Arm langsam zur Musik getanzt haben?
Ich werde es niemals vergessen. Dein Gesicht ist blass, wie es vorher nie gewesen war, so viele Leute rieten mir, andere kennen zu lernen. Begreifen sie denn nicht, dass ich nur dich liebe und niemand anderen? Ich will nur dich, sonst niemanden. Ich glaube an uns, mein Schatz, ich glaube an unsere Zukunft. Erinnerst du dich? Wir wollten heiraten und eine Familie gründen, ich glaube noch immer daran, es ist, wie eine Art langer Schlaf, in den du gefallen bist, bald, ja, schon sehr bald wirst du aufwachen, das weiß ich…

Bitte, mein Schatz, verlasse mich nicht. Sanft nehme ich deine Hand, berühre damit meine Wange, spürst du meine Wärme, meine Liebe zu dir? Eher würde ich sterben, als jemals deine Liebe erlischen zu sehen, mein Schatz, trotz der langen Zeit, die du nicht mehr mit mir redest, bleibe ich bei dir und stehe dir bei, in den vielleicht schwersten Stunden deines Lebens.

Gebe deinen Glauben nicht auf, mein Schatz, denn es wird eine Zukunft für uns geben.

Dir geht es schlecht, das spüre ich, wie eine innere Verbundenheit. Ich bin so froh, dich kennen lernen zu dürfen, mein Liebling. Aber bitte mein Liebling, tue mir einen Gefallen, wenn du nicht mehr aufwachst, bitte bleibe dort und warte auf mich, wie ich jeden Tag hier bin und auf dich ebenfalls warte. Ich glaube an dich, mein Schatz.

Ich spüre deine lauwarme Haut an meiner Wange, wie ein knistern, wäre doch nur eine kleine Regung zu sehen, wenn ich deine blassen Lippen küsse und deine Wange streichle, sag doch nur ein einziges Wort, mein Schatz und ich wäre glücklich.

Gebe mir nur ein Zeichen, dass du mich noch nicht vergessen hast, nur einen Hinweis.
Ich werde weiterhin Tag für Tag an deinem Bett sitzen, solange, bis du mir in die Augen siehst, mir sagst, dass du mich nie vergessen hast, damit ich mir sicher sein kann, dass du mich liebst, denn ich, mein Schatz, habe niemals an der Liebe gezweifelt.

Sanft tönt die Melodie durch den Raum, wie sie es am Abend vor drei Jahren tat, so lieblich, wie sie unsere Herzen berührte, uns zusammen führte, kann das wirklich Schicksal sein? Aber wenn es so was geben würde, warum will es uns vernichten, uns zerreißen?

Mein Herz schlägt nur noch für dich, während ich sanft deine Hand küsse und leise der Melodie mitsinge, mein Schatz, ich weiß, dass du mich nicht gern singen hörst, aber ich tue es von Herzen, einfach um den Takt in meinem Blut zu spüren, den Rhythmus unserer Liebe.

Die Ärzte geben dir keine Zeit mehr, schöpfen keine Hoffnung, dass du jemals wieder die Augen aufschlägst und mir ein allerletztes Mal meinen Blick erwiderst, sie sagen, dein Herz wird schwächer, dein Atem kürzer.

Bitte, mein Liebling, schlage die Augen auf, es zerreißt mir das Herz, dich nicht halten zu können.

Nun sitze ich hier, kann dich nicht hören, spüre nur die Wärme, die allmählich abzuklingen scheint.

Verlass mich nicht, mein Schatz, bleib bei mir, wie ich immer bei dir war, denn hatten wir einander nicht Treue und Liebe bis in alle Ewigkeit geschworen?
Ich will nicht, dass der Tod uns scheidet, doch ich verspreche dir, selbst wenn es das ist, was mich von dir trennen sollte, so werde ich dich weiter lieben, bis in den Tod und darüber hinaus, denn diese Barriere ist irgendwann überwunden.

Mein Schatz, ich weiß, du würdest gern bei mir sein, mit all deinen Sinnen, nun liegst du hier, unfähig mich auch nur anzusehen, ohne dass du mich auch nur hören kannst, ohne dass du die Tränen spürst, die sanft an deiner Hand ab perlen.

Salzig hätte sie geschmeckt mit einem Hauch Trauer, Verzweifelung und Angst, du fühlst sie, selbst wenn ich dir niemals Sorgen bereiten wollte. Es tut mir so Leid, mein Liebling.

Die Geräte um dich herum surren und piepen, ich weiß nicht, wie du diesen Lärm Tag für Tag aushalten kannst, er macht mich verrückt, es macht mich krank zu sehen, wie sich dein Leben nur auf den Grünlich grauen Monitoren abspielt, wie ich nur anhand haarfeiner Linien deinen Herzschlag verfolgen kann, er ist so schwach.

Wie oft habe ich zum Himmel gebetet, dass man dir deinen Lebenssinn zurückschenkt, wie oft bat ich, mit dir deinen Weg gehen zu dürfen, doch mir soll es nicht vergönnt sein.

Die Nacht bricht herein, während es langsam auf den Fluren stiller wird, wir wollten so viel gemeinsam erleben, so viel hatten wir geplant, und nun, ist unser gemeinsamer Traum geplatzt, wie eine Seifenblase.

Hinfort all die Hoffnung, ich will es nicht glauben, dass du mich wirklich allein lässt, ich brauche dich doch, mein Schatz. Sag mir nur ein Mal, was ich ohne dich tun soll?

Aber, ja das verspreche ich, ich werde immer für dich da sein und ich weiß, dass du mich nicht wirklich im Stich lässt, ich weiß, du bist immer für mich da und spüre deine Nähe immerzu.

Und niemals würde ich aufhören können, an deinem Grab zu sitzen und mit dir zu sprechen, deine Anwesenheit zu spüren, nein, niemals würde ich dies versäumen.

Ich liebe dich, mein Schatz, ich möchte, dass du es weißt, während erneut eine Träne über meine blasse Wange perlt und sich den Weg bahnt, streiche ich sanft mit deinen Fingern diese von dannen, spüre mich noch ein letztes Mal.

Ich kann es noch immer nicht glauben, bitte, verlass mich nicht. Meine Lider werden schwer, ich werde dich begleiten, bis zum letzten Atemzug, mein Herz wird immer für dich weiter schlagen, das verspreche ich dir, mein Liebling. Müde lege ich nun meine Wange auf deine Hand, spüre die Müdigkeit, die sich in meine Glieder schleicht.
Nein, ich werde dich nun nicht im Stich lassen, ich bleibe bei dir, bis dein letzter Herzschlag stirbt, bis dein letzter Atemzug meine Haut streift, bis die Wärme gänzlich gewichen ist.

Ich lieb dich so sehr, mein Schatz.

26.10.09 19:25
 


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